
VFL Wolfsburg.
Eine ganz aussergewöhnliche Ausgangslage für einen Amtsantritt. Eine Meistermannschaft übernimmt ein Trainer auch nicht jeden Tag. Zudem noch eine äusserst intakte Mannschaft, die Armin Veh da vorfinden durfte. Sämtliche für die Meisterschaft maßgeblich verantwortlichen Spieler haben aller Abwerbeversuche zum Trotz verlängert. Der Kader insgesamt wurde auf Champions League Niveau in der Breite verstärkt. Ein eingespieltes Team mit qualitativ starken Neuverpflichtungen. Es ist nicht wirklich davon auszugehen, dass die Mannschaft einknickt oder an zu hohen Erwartungen zu scheitern droht. Ungesetzt bekommt der VFL wohlmöglich in der Champions League eine sehr anspruchsvolle Gruppe und wird dort Aussenseiter sein. In der Liga werden die Wolfsburger trotz dieser zusätzlichen Belastung dennoch wieder ganz oben mitmischen. Platz 2.
FC Bayern München.
Die Ansprüche sind, wie in jeder Saison ganz klar formuliert. Die Konkurrenz hält sich ja in Sachen Zielsetzung und Meisterschaft gerne lieber zurück. In München ist ein 2. Platz schon gleich immer auch zu wenig. Ob Van Gaal die Zeit bekommt, die Jürgen Klinsmann nicht bekam bleibt abzuwarten. Der Respekt ist (auch ob der Erfolge, die Van Gaal in seiner Vita zu stehen hat) ein anderer. Das Konzept steht. Die Taktik ist formuliert. Im Vergleich zur eigentlichen Bayernpolitik wurden Spieler verpflichtet, die sich eher als Teamplayer verstehen. Abgesehen von Tymoshchuk. Der wurde allerdings ohne Abstimmung mit Van Gaal (und vor dessen Amtszeit) verpflichtet. Er könnte das große Missverständnis der Saison werden. Van Bommel (der zum Kapitän gewählt wurde), wird er nicht verdrängen und auf einer anderen Position (als die 6) ist er nicht wirklich konkurrenzfähig. Der beste Kader aller Zeiten (wird eigentlich jedes Jahr von neuem proklamiert) ist das nicht. Die Mannschaft wird wieder im Viertelfinale der Champions League scheitern. Das wirklich spannende ist, ob Van Gaal die Zeit bekommt, die er braucht, um einen tatsächlichen Systemwechsel umsetzen zu können (also 4 Jahre, eine Ära, wie Uli Hoeness angekündigt hat - und mit einem erneuten Jahr ohne Champions League Qualifikation). Platz 3.
VFB Stuttgart.
Mario Gomez ist kein 30 Millionen Wert (sagt Rudi Assauer). Ein Glücksfall für Stuttgart aber allemal. Die Neuverpflichtungen werden zwar keine 26 Tore schießen (Mario Gomez wird bei den Bayern auch keine 26 Tore schießen), stärker als in der vergangenen Saison wird der VFB dennoch sein. Die Mannschaft ist variabler, hat starke Nachwuchsspieler in der Hinterhand und die Champions League vor der Brust. Timisoara wird eine ganz entscheidende Rolle für den Verlauf der Saison spielen. Gerade der VFB kann ein Lied davon singen, was es heisst, mit den Nachwirkungen einer verpassten Qualifikation klarkommen zu müssen (Leeds United). Andererseits kann dieses Erfolgserlebnis und die Vorfreude auf zumindest die Gruppenphase einen richtigen Schub auslösen. Zumal dann mit nochmaligen Verstärkungen zu rechnen ist. Ein Teil der Gomez Millionen plus garantierte Einnahmen aus der Champions League erlauben noch den ein oder anderen Transfer. Der schießt dann die 26 Tore die zur Meisterschaft reichen. Platz 1.
Hertha BSC Berlin.
Hertha korrigiert sich selbst schnell wieder nach unten. Die Erfolgsgaranten mussten weichen. Zumindest ein Misserfolgsgarant auch. Dennoch werden die Berliner Minimum ein Jahr Geduld haben müssen. Diese Saison wird zeigen, wieviel Teamgeist in der Mannschaft steckt. Harmonie müsste da sein. Die obligatorische Diva im Kader der Herthaner fehlt. Alles in allem also unspektakulär (bis hin zu langweilig) was uns bevorsteht. Das war zwar letzte Saison nicht wirklich anders, es werden aber weniger 1:0 Nummern. Platz 11.
Hamburger SV.
Der HSV hat einen hervorragenden Kader. Die Neuzugänge sind vielversprechend. Nur Olic muss ersetzt werden. Viel Qualität steckt in der Mannschaft. Die erste Elf hat Spitzenklasse. Der HSV hat aber auch ein Problem. Einen Trainer, der noch nicht wirklich nachweisen konnte, ob er ein solches Team in einer solchen Stadt mit hoher Erwartungshaltung und viel Boulevard länger als eine Halbserie erfolgreich führen kann. Platz 4.
Borussia Dortmund.
Für Borussia ist Jürgen Klopp ein absoluter Glücksfall. Längerfristig wird er Dortmund in die langersehnte internationale Spur bringen. Der Abgang von Alexander Frei wird dieses Vorhaben allerdings entschleunigen. Ein Erfolgsgarant weniger. Im Großen und Ganzen jedoch kann Jürgen Klopp auf einen gut besetzten Kader zurückgreifen und sich im Vergleich um einen Platz steigern. Das wäre dann die internationale Spur. Platz 5.
TSG Hoffenheim
Hoffenheim hat ein Problem. Der rasche Erfolg aus der Vergangenheit erlaubt kaum Stagnation. Das Team braucht aber noch mindestens eine Saison, um sich weiter nach oben orientieren zu können. Der Überraschungseffekt der Vorsaison ist verpufft, der Sturm ein großes Rätsel. Dafür wird Ralf Rangnick auf einen verstärkten Defensivkader bauen können. Das obere Drittel der Tabelle wird wieder erreicht, der Tabellenplatz aus der Vorsaison verteidigt. Das ist doch auch was Wert. 2010/2011 wird es (dann vielleicht auch mit Hilfe von Talenten aus der eigenen Jugend) weitergehen mit der Annäherung an die Spitze. Platz 7.
FC Schalke 04.
Bei Schalke 04 wird sich eines zeigen. Die Möglichkeiten eines Trainers sind überschätzt. Selbst Felix Magath braucht mehr als das, was er auf Schalke vorfindet. Zumindest um erfolgreicher arbeiten zu können als seine vielen Vorgänger. Felix Magath wird das auch wissen (und wusste dies wohl auch bei seiner Vertragsunterzeichnung) - daher kann man den Hut ziehen vor dieser Entscheidung zu Schalke zu setzen. Dieses Projekt, den FC Schalke 04 zur Meisterschaft zu führen, ist ein mittelfristiges Ziel bei einem Verein, der immer schon kurzfristig zu planen im Stande war. Wenn es Felix Magath gelingt, die Mannschaft über mehrere Jahre so sinnvoll zu verstärken, wie er es in Wolfsburg in 2 Jahren vollbringen konnte, also sich eine Mannschaft komplett zusammenstellen zu können, wird er auch auf Schalke Erfolg haben. Wenn er allerdings aus diesem durchschnittlichen Kader (ohne echten Goalgetter) einen Spitzenclub formen soll, dann wird er scheitern. Ein Trainer ist in seinen Möglichkeiten beschränkt. Das weiss Felix Magath sehr wohl. Platz 10.
Bayer Leverkusen.
Lothar Matthäus ist eine arme Sau. Kein Bundesligist, bei dem er sich nicht schon selbst in den Kreis der potentiellen Kandidaten geschummelt hat. Und keiner beisst an. Der Anti Matthäus heisst Jupp Heynckes. Der versucht seit geraumer Zeit im Ruhestand zu bleiben. Jupp Heynckes kann aber nicht Nein sagen. Deswegen wird Jupp Heynckes von Zeit zu Zeit aus einem Hut gezaubert. Bei uninspirierten Trainersuchen. Bei Bayer Leverkusen war Rudi Völler wenig erfinderisch und hat sich nach dem Jungtrainer Experiment Labbadia auf die ganz alte Trickkiste berufen. Offensichtlich hat es sich Bayer Leverkusen im Mittelfeld der Liga ganz behaglich eingerichtet. Damit das so bleibt, heisst der Trainer Jupp Heynckes. Platz 8.
Werder Bremen.
Werder hat es mit Diego auf Platz 10 geschafft. Özil + Marin = Diego. Borowski ersetzt Baumann. Moreno Pizarro. Bei Werder findet ein Umbruch statt. Klaus Allofs hat sich einen Namen gemacht mit seiner hohen Trefferquote bei geglückten Transfers. Wenn eine Mannschaft fast ihr gesamtes Gerüst mit einem Mal verliert, dann steckt da immer auch viel Risiko. Bleibt abzuwarten, wie sich die Mannschaft entwickelt. Der Umbruch nach der enttäuschenden vorherigen Saison ist aber auch im richtigen Moment passiert. Als Zucker gibt es den erneuten Erfolg im DFB Pokal. Platz 6.
Hannover 96.
Martin Kind will hoch hinaus. Weil das nicht so einfach geht wie er das gerne hätte möchte er den deutschen Profifussball umkrempeln. Kind weiss, Hannover 96 wird nie zu den ersten 8 aufschliessen können, wenn sich nicht am System insgesamt etwas tut. Weil Kind sich zumindest nicht in diesem Jahr mit seinen Vorschlägen durchsetzen werden kann wird Hannover 96 auch in diesem Jahr nichts weiter tun, als biederes Mittelmaß zu bieten. Zu mehr als solide ist der Kader nicht in der Lage. Entscheidende Verstärkungen sind nicht zu vermelden. Der Abstieg wird verhindert werden. Platz 14.
1. FC Köln.
Lukas Podolski ist da wo er hingehört. Ob das für Maniche auch zutrifft? Köln hat endlich einen Trainer, wenngleich auch einen Neuling. Auf lange Sicht kann hier wirklich was passieren. Ein erster Schritt wird dennoch gemacht. Platz 9.
Eintracht Frankfurt.
Frankfurt hat sich mit Michael Skibbe keinen Gefallen getan. Platz 16.
VFL Bochum.
Der VFL Bochum steht für Konstanz, kleine Brötchen und hält was er verspricht. Der 15. Platz wird angepeilt. Platz 15.
Borussia Mönchengladbach.
Michael Frontzek wird nicht verhindern können, dass Gladbach nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Platz 12.
SC Freiburg.
Der SC hat im letzten Jahr glänzend gespielt und ein erneutes Mal bewiesen, wie das geht mit dem Aufstieg trotz kleinem Etat. Freiburg freut sich auf die Bundesliga. Das zahlt sich aus. Platz 13.
FSV Mainz.
In Mainz hat man bereits vor Saisonstart bewiesen, dass man nicht erstklassig ist. Platz 18.
1.FC Nürnberg.
Der Club hat keine Stürmer. Platz 17.